
Wer als mittelständischer Lohnfertiger eigene Werkzeugmaschinen (Drehmaschinen, Fräsmaschinen und Schleifmaschinen) betreibt, kennt das Problem: Ohne eine präzise Kalkulation der Maschinenkosten fehlt die Grundlage für jedes Angebot. Der Maschinenstundensatz gibt an, welche Kosten eine Maschine pro Betriebsstunde verursacht. Bereits eine kleine fehlerhafte Kalkulation von nur 5 € pro Stunde summiert sich bei 1.600 produktiven Stunden schnell hoch auf 8.000 € Verlust pro Jahr und Maschine – genug, um knappe Gewinnspannen in der Fertigung aufzufressen. Und da gehen wir noch von einer minimalen Fehlkalkulation aus!
Der Maschinenstundensatz ist die Grundlage für die Preiskalkulationen ihres Unternehmens, ihrer Investitionsplanung und entscheided damit grundlegend über die Wirtschaftlichkeit ihres Betriebs. Erst so können Sie die Frage beantworten, ob die gesteigerten Instandhaltungskosten einer alten Maschine den Kauf einer neuen Maschine rechtfertigen. Besonders anlagenintensive Betriebe mit modernen Bearbeitungszentren, Automation und steigenden Energiekosten müssen präzise rechnen!

Der Maschinenstundensatz gibt die Kosten pro Betriebsstunde von Anlagen an, ist maschinenabhängig und berechnet sich aus der Gesamtsumme aller maschinenbezogenen Kosten im Jahr, geteilt durch die jährlichen Laufstunden der Maschine. Er ist wichtig für die Kalkulation von Produkten und für die Erstellung von Angeboten:
Maschinenstundensatz [€/h] = Summe aller maschinenabhängigen Kosten pro Jahr [€] ÷ produktive Maschinenlaufzeit pro Jahr [h]
In die Summe der jährlichen Kosten fließen ein: kalkulatorische Abschreibung, kalkulatorische Zinsen, Raumkosten (ergeben sich aus der Fläche der Maschine und den Mietkosten), Energiekosten, Instandhaltung, Versicherungen sowie anteilige Werkzeug- und Betriebsstoffkosten. Die „produktive Maschinenlaufzeit” meint die reine Bearbeitungszeit inklusive geplanter Rüstzeiten, aber ohne Stillstände, Störungen und Pausen. Die jährliche Maschinenlaufzeit berücksichtigt nicht produktive Zeiten wie Wartung oder Stillstände.
Ein klassischer Maschinenstundensatz enthält häufig keine Personalkosten – der Bediener wird separat verrechnet. In der Vollkostenrechnung für die Angebotskalkulation werden jedoch oft Fertigungslöhne mit einbezogen. Die Höhe wird durch die Auslastung der Maschine beeinflusst. Auch der Fertigungsstundensatz umfasst Maschinen- und Energiekosten, während der Programmierstundensatz zusätzlich Lohnkosten und Maschinenkosten beinhaltet. Der Rüststundensatz schließt dagegen Werkzeugkosten aus
Die Nutzungskosten der Maschine werden in fixe und variable Kosten unterteilt. Fixkosten fallen immer an, auch dann wenn die Maschine stillsteht. Dazu gehören z.B. die Lager- bzw. Raumkosten der Werkzeugmaschine, abgeschlossene Versicherungen oder die Kalkulatorische Abschreibung (Wertminderung). Variable Kosten entstehen nur, während dem tatsächlichen Betrieb einer Maschine und steigen auch mit dem Einsatz einer Maschine. Typischerweise zählen Enegeriekosten und Verschleißkosten von Werkzeugen zu den variablen Kosten. Wichtige Kostenblöcke für den Maschinenstundensatz sind kalkulatorische Abschreibung und kalkulatorische Zinsen. Hier ein paar Beispiele für Kosten, die für jede Maschinenstundensatzrechnung relevant sind.
Werkzeug- und Betriebsstoffkosten: Werkzeugkosten für Standardwerkzeuge, Spannmittelpflege, Schmierstoffe und Kühlschmierstoffe. Die Abgrenzung zu auftragsbezogenen Werkzeugeinzelkosten ist dabei entscheidend für die Kostenträgerrechnung.
Kalkulatorische Abschreibung: Der Wertverlust der Maschine über die Nutzungsdauer. Berechnet aus dem Wiederbeschaffungswert-Restwert/Nutzungsdauer.
Kalkulatorische Zinsen: Die Kosten der Kapitalbindung.
Raumkosten: Aufstellfläche inkl. Bedien- und Sicherheitszonen.
Energie- und Stromkosten: Der Stromverbrauch zählt zu den klassischen maschinenabhängigen variablen Kosten. Der Energieverbrauch wird so berechnet: Leistungsaufnahme der Maschine * Betriebsstunden und Arbeitspreis pro kWh.
Wartung und Instandhaltung: Eine realistische Kalkulation erfordert die Berücksichtigung von Wartungs- und Instandhaltungskosten.
Versicherungen und sonstige Fixkosten: Maschinenbruchversicherung, Softwarewartung (CNC-Steuerung, CAM), Kühlmittelaufbereitung – Positionen

Viele Unternehmen steigen von manuellen Excel-Listen auf strukturierte Tools und einen Online Rechner um – für weniger Fehler und schnellere Szenarioanalysen. Ein professioneller Maschinenstundensatz Rechner sollte Eingabefelder für Wiederbeschaffungswert, Nutzungsdauer, kalkulatorische Zinsen, Raumkosten, Energie, Wartung, Werkzeugkosten sowie geplante und effektive Maschinenlaufzeit bieten. Webbasierte Tools ermöglichen schnelle Szenarioanalysen – etwa bei Änderung der Energiepreise oder anderen Schichtmodellen. Die Angaben und Daten sollten jedoch stets geprüft werden, da die Ergebnisse nur so gut sind wie die Eingabewerte. Noch präziser wird die Berechnung des Maschinenstundensatzes mit Betriebsdatenerfassung (BDE), die reale Laufzeiten und Stillstände automatisch erfasst.
Die meisten Abweichungen bei Maschinenstundensätzen liegen nicht an der Formel, sondern an falschen Annahmen und unvollständigen Kostenfaktoren in der Leistungsrechnung.
Fazit: Die korrekte Berechnung des Maschinenstundensatzes ist die Grundlage für wettbewerbsfähige Kostenkaluklationen, Angebote, solide Investitionsentscheidungen und die langfristige Auslastung Ihres Maschinenparks. Überprüfen Sie Ihre Maschinenstundensätze regelmäßig – und nutzen Sie alles, was Ihnen an Daten und Produkte zur Verfügung steht, um Verluste durch Fehlkalkulation zu minimieren und Gewinne zu erhöhen. Weitere Fragen zum Maschinenstundensatz, berechnen, der Anwenundung oder zu anderen Praxistipps? Gerne helfen wir Ihnen weiter.
Seit 1981 bietet SAEILO Werkzeugmaschinen an, die für den heimischen deutschen Markt konstruiert werden. Hauptabnehmer sind das Herz der deutschen Industrie: Mittelständische Unternehmen. SAEILO Maschinen sind ideal für mittelständische Fertigungsbetriebe, die auf zuverlässige Produktionsprozesse, geringe Ausfallzeiten und langfristige Wirtschaftlichkeit angewiesen sind. Durch die robuste Bauweise und hohe Maschinenverfügbarkeit eignen sie sich perfekt für den täglichen industriellen Einsatz. Hochwertige Materialien, langlebige Konstruktionen und nachhaltige Technik sorgen für echte Investitionssicherheit.
Der SAEILO-Service ist eine tragende Säule des Unternehmens, der durch sein Personal, seine Zuverlässigkeit und schnelles Handeln überzeugen kann. Deshalb setzen wir auf schnelle technische Unterstützung, direkte Kommunikation und lösungsorientierten Service. Durch unsere langjährige Erfahrung können Probleme effizient erkannt und schnell behoben werden.

SINUMERIK als CNC Steuerung in SAEILO Werkzeugmaschinen Moderne Werkzeugmaschinen brauchen eine leistungsfähige CNC Steuerung, die Achsbewegungen steuert, Werkzeuge überwacht und Bearbeitungs- sowie Schaltzeiten reduziert. Genau dafür setzt SAEILO unter anderem auf…
Einführung: Was verstehen wir unter CNC-Drehen bei SAEILO? Beim CNC-Drehen rotiert das Werkstück in der Hauptspindel, während ein Schneidwerkzeug über computergesteuerte Achsen die gewünschte Form erzeugt. Die CNC-Steuerung (Computerized Numerical Control)…
Warum der Maschinenstundensatz über Ihren Gewinn entscheidet Wer als mittelständischer Lohnfertiger eigene Werkzeugmaschinen (Drehmaschinen, Fräsmaschinen und Schleifmaschinen) betreibt, kennt das Problem: Ohne eine präzise Kalkulation der Maschinenkosten fehlt die Grundlage für jedes…

Wer eine konventionelle Drehmaschine kaufen möchte, steht vor einer großen Auswahl. Doch nicht jede Maschine, die auf dem Datenblatt überzeugt, hält auch den Anforderungen des täglichen Betriebs stand. Entscheidend sind nicht…